Hintergrund

Kuki erzählt von ihrer Rettung durch die PFOTENHILFE

Dies ist die wahre Geschichte der Border-Collie Hündin Guggi, die von der PFOTENHILFE
gerettet wurde und heute ein glückliches Hundeleben führt.


Teil 1

Kuki musste ihre Jungen eingesperrt in einem dunklen Schuppen ohne Tageslicht aufziehen.

Hallo, ich bin Kuki, eine Bordercollie Mischlings-Hündin und dies ist meine Geschichte.

Es war ein weiterer Morgen an dem ich statt der aufgehenden Sonne nur schmale Lichtritzen durch hohe Holzbretter blinzeln sah. Ich weiß nicht wie viele Tage, Nächte, Wochen und Monate es waren, die wir in völliger Dunkelheit verbrachten - eingesperrt und vergessen. Wir, das sind meine Welpen und ich.

In den alten Schuppen hatte man uns weggesperrt. Der Boden war kalt, feucht. Der Schuppen war Schlafzimmer und Toilette zugleich. Wir hatten Hunger und Durst. Ich hatte kaum genug Milch um meine Jungen zu ernähren. Es tat mir weh zu sehen, dass auch ihr Fell schon voller Milben und Flöhe war und sie sich unaufhörlich kratzen mussten. Gerne hätte ich meine Kleinen in der Wiese herumtollen sehen, doch hier herrschte nur Gestank und Dunkelheit.

Manchmal öffnete sich die Tür, dann kauerten wir uns in der hinteren Ecke des Schuppens zusammen und hoffen, dass keiner von uns Schläge bekam. Wenn wir Glück hatten stand dann an der Tür ein Napf mit Essensresten und eine Schüssel Wasser.
Auch an diesem Morgen öffnete sich die Tür. Doch heute war etwas anders als sonst. 

Teil 2 ... Der Morgen an dem alles anders wurde

Mein Herrchen, der mir oft schon Schmerzen zugefügt hatte, kam geradewegs auf mich und meine Jungen zu. Ich musste meine Welpen, die noch keinen Argwohn kannten, davon abhalten, unbekümmert auf den Mann zuzulaufen.

Ich konnte es nicht verhindern, er hob eines nach dem anderen hoch und trug es nach draußen. Leise hörte ich das Wimmern meiner Babys. Sie waren voller Angst und ihre Augen schmerzten stechend. Sie hatten ja zuvor noch nie Tageslicht gesehen.
Verzweifelt musste ich zusehen, wie eines nach dem anderen weggebracht wurde. Ich spürte, dass sie nicht mehr lange leben durften und Augenblicke später schon grausam erschlagen wurden.

Ein Junges allerdings war noch bei mir und würde bleiben dürfen - Stevie. Er konnte nicht verstehen, warum man seine Geschwister weggebracht hatte. Verängstigt kauerte er sich eng an mich. Ich war froh, wenigstens eines meiner Jungen noch bei mir zu haben und leckte liebevoll sein weiches Fell.

Teil 3 ... Der Tag der Rettung

Viele, endlos scheinende Tage und Nächte vergingen. Mein Sohn Stevie und ich führten das vergessene Leben weiter, zu dem uns der dunkle Schuppen, in dem wir eingesperrt waren, verdammte.
Wir hungerten weiterhin und in der Nacht stieg die Kälte vom feuchten Boden auf. Bald schon kam es mir wie ein Traum aus vergangenen Tagen vor, dass neben Stevie auch noch seine Geschwister mit uns im Schuppen gelebt hatten.
Doch dann passierte das Wunder. Den Tag, an dem wir den Schuppen verließen, werde ich nie vergessen. Ich kannte das Leben da draußen, mein Sohn Stevie jedoch hatte noch nie etwas anderes als den dunklen und dreckigen Schuppen gesehen.
Einer aufmerksamen Nachbarin haben wir die Rettung zu verdanken. Sie hörte unser verzweifeltes Bellen. Da die Nachbarin auf dem Grundstück nie Hunde sah, wurde sie misstrauisch. Eines Tages kamen fremde Menschen in den Schuppen. Sie sahen uns entsetzt an und waren erschrocken uns Hunde in solch einem Zustand zu sehen - abgemagert, das Fell schmutzig, verfilzt und vermilbt.
Stevie und ich hatten große Angst und als die Menschen versuchten, uns zu fassen, gerieten wir in Panik. Dann ging alles ganz schnell. Nach einer kurzen medizinischen Versorgung ließ uns ein fremder Mann aus dem Schuppen, der zu unserem Gefängnis geworden war, wegbringen. In der PFOTENHILFE Lochen fanden wir dann schließlich Zuflucht.

Teil 4 ... Ein neues Leben beginnt

Die ersten Tage in der PFOTENHILFE Lochen war ich vor allem glücklich über das ausreichende Angebot an Futter und Wasser und endlich wieder bei Tageslicht leben zu können. Annäherungen der Tierpfleger ließ ich nicht zu. Zu schmerzhaft waren die Erfahrungen, die ich mit meinem Herrchen gemacht hatte.

Wie sich herausstellte, war mein Sohn Stevie durch das Aufwachsen in völliger Dunkelheit erblindet. Das Tageslicht entzündete seine Augen und bereitete ihm so große Schmerzen, dass er aus purer Verzweiflung begann, mich zu attackieren. Darum mussten wir dann getrennt werden. 

Obwohl ich nun alleine war fühlte ich mich schon bald sicher in meinem eigenen Hundehaus und meinem eigenen Gehege, das schön sauber und hell war. Die Tierpflegerin, die mich fütterte, verbrachte viel Zeit bei mir im Gehege. Sie saß neben mir und war einfach da. Sie drängte mich nicht, denn menschliche Berührungen waren mir nach wie vor nicht geheuer. Der Anblick von Brustgeschirr und Leine versetzte mich anfangs noch in große Angst.

Über ein Jahr lang war sie geduldig mit mir, schenkte mir immer wieder ihre Zeit und langsam konnte ich ihre Berührungen genießen. Ich ging nun auch gerne mit ihr draußen spazieren, mit Leine und Brustgeschirr. Auch zum Schwimmteich ging ich gerne mit oder auf die Hundewiese, wo ich mit anderen Hunden herumtollen konnte. Ganz langsam verblassten die Schrecken, die ich eingesperrt in einem dunklen Schuppen, erlebt hatte.

Die Menschen ängstigten mich nicht mehr, das Leben ging bergauf.

... Wie geht es Kuki und ihrem Sohn Stevie jetzt? Lesen Sie mehr im nächsten Teil.