Pfotenhilfe deckt Pferdezuchtskandal auf Messiehof auf

Massive Vernachlässigung, Tierquälerei, Umweltverschmutzung / Behörden schreiten nach Anzeige endlich ein / Fall seit 13 Jahren bekannt

Marschik Gerhard
Sarleinsbach © PFOTENHILFE Lochen

Sarleinsbach, 8.4.2024 - Kürzlich wurde der Verein Pfotenhilfe auf einen Pferdezuchtskandal im Mühlviertel (OÖ) aufmerksam gemacht. Kurz darauf machte sich eine fachkundige Mitarbeiterin auf dem völlig verwahrlosten Hof in Sarleinsbach (Bez. Rohrbach) selbst ein Bild und lieferte einen erschütternden Bericht ab: "Ein Teil der Pferde hat unbehandelte Verletzungen sowie sehr schmerzhafte Entzündungen und Hufkrankheiten, sie stehen in Kotbergen und Gülleseen und bekommen hauptsächlich aufgerissene Silageballen, deren Plastikteile im Futter herumliegen. Das Schmutzwasser vom Misthaufen rinnt in den Bach, aus dem die Pferde sogar trinken! Zudem besteht durch lose hängende Bretter weitere Verletzungsgefahr. Eine behördliche Kontrolle im Jänner habe aber nur die Auflagen täglich auszumisten, einzustreuen, eine geringfügige Pferdereduktion und eine Hufkontrolle durch einen Hufschmied mit einer Frist von fast drei Monaten ergeben!", so die entsetzte Pferdewirtin nach ihrem Besuch.

Die etwa 75-jährige Halterin, die im zugemüllten Heuboden ihres Messiehofs schlafe, sei aber keinesfalls in der Lage, die derzeit 15 Pferde zu betreuen und die akuten Schmerzen müssten vor allem dringend von einem Tierarzt behandelt werden, da reiche ein Hufschmied nicht. Zudem seien statt einer Reduktion zehn Stuten hochträchtig und außerdem von Katzenschnupfen geplagte Katzen zu sehen. Auch die Zustände im Stall und auf den Weiden hätten sich nicht verbessert, weshalb die Pfotenhilfe letzten Mittwoch einen aufrüttelnden Bericht mit Fotos an die Tierschutzombudsstelle schickte, in dem die Dringlichkeit des Falls samt notwendiger tierärztlicher Akutbehandlung beschrieben wurde. Schon am nächsten Tag waren Amtstierärzte vor Ort und es wurden für Freitag ein pferdefachkundiger Tierarzt und ein Hufschmied bestellt, die die Tiere behandelten. Am Dienstag soll es eine weitere behördliche Kontrolle geben.

"Wir freuen uns für die schmerzgeplagten Pferde, aber auch die Umweltbeeinträchtigungen müssen dringend beseitigt und auch die katastrophalen Lebensumstände der Halterin näher beleuchtet werden. Letztlich wird den Behörden nichts anderes übrig bleiben, als diese skandalöse Pferdezucht raschestmöglich behördlich zu schließen. Aus dem Umfeld hört man, dass der Fall schon seit 13 Jahren bekannt sei! Die zuständigen Behörden müssen Tierschutz endlich ernst nehmen, man kann nicht immer so lange wegschauen, bis es zu spät ist und zum öffentlichen Skandal wird", ärgert sich Pfotenhilfe-Chefin Johanna Stadler.
 

Veröffentlicht am 08. April 2024

Sarleinsbach 
Sarleinsbach2

Sarleinsbach